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Warum ist Inklusion am Arbeitsplatz so wichtig?
Geschichte lesenStellen Sie sich vor, Sie möchten online ein Bahnticket kaufen. Doch die Schrift ist so klein, dass sie kaum lesbar ist, die Buttons haben zu wenig Kontrast und wichtige Informationen werden ausschließlich über Farbe vermittelt. Für viele Menschen mit Sehschwächen oder kognitiven Einschränkungen ist das ein echtes Hindernis. Genau hier setzt barrierefreies Design an: Inhalte so zu gestalten, dass sie von allen Nutzenden verständlich und nutzbar sind.
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) liefern dafür den internationalen Standard und zeigen, wie Farben, Typografie, Layout und Interaktionen inklusiv gestaltet werden können.
Unternehmen, die diese Prinzipien umsetzen, sorgen nicht nur für eine bessere Nutzererfahrung, sondern erschließen auch neue Zielgruppen und steigern ihre digitale Reichweite.
Barrierefreies Design umfasst alle Gestaltungsaspekte, die dafür sorgen, dass digitale und physische Inhalte für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Einschränkungen nutzbar sind. Eine gut lesbare Schriftart und ausreichende Kontraste kommen beispielsweise auch älteren Menschen oder Nutzenden in hellen Umgebungen zugute.
Es basiert auf den vier Grundprinzipien der WCAG: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit.
Die Vorteile erstrecken sich weit über die Zielgruppe von Menschen mit Behinderungen hinaus. Barrierefreies Design verbessert die Benutzerfreundlichkeit für alle, erhöht die Reichweite Ihrer Inhalte und kann sogar positive Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung haben.
Das BFSG setzt die europäische Richtlinie des European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht um und verpflichtet Unternehmen zur barrierefreien Gestaltung ihrer digitalen Produkte und Dienstleistungen. Betroffen sind insbesondere Online-Shops, Banking-Websites, Reiseportale und digitale Gesundheitsdienste. Die EN 301 549 dient als technischer Normrahmen und verweist auf die WCAG 2.1 als Mindeststandard.
Die WCAG 2.2, die im Dezember 2024 veröffentlicht wurde, erweitert die bestehenden Richtlinien um neun neue Erfolgskriterien. Sie definiert drei Konformitätsstufen: Level A (grundlegende Anforderungen), Level AA (empfohlener Standard für die meisten Anwendungen) und Level AAA (höchster Standard). Für die BFSG-Compliance ist in der Regel Level AA ausreichend und praktikabel umsetzbar.
Die wichtigsten Kontrastanforderungen nach WCAG 2.2:
Normaler Text: mindestens 4,5:1 (AA) bzw. 7:1 (AAA)
Großer Text (ab 24px bzw. 19px fett): mindestens 3:1 (AA) bzw. 4,5:1 (AAA)
Grafische Bedienelemente: mindestens 3:1

Die DIN 1450 definiert Kriterien für die Lesbarkeit von Schriften und berücksichtigt dabei besonders die demografische Entwicklung sowie die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderungen. Für barrierefreie PDFs sind strukturelle Tags, logische Lesereihenfolge und Alternativtexte essentiell. Die DIN 1450 empfiehlt humanistische Serifenschriften wie Garamond oder Sabon Next für den Printbereich.
Do:
Einfache, klare Sprache ohne Schachtelsätze verwenden
Logische Textstruktur mit aussagekräftigen Überschriften
Inklusive Formulierungen wählen
Kurze Absätze und prägnante Sätze
Don't:
Komplizierte Fachbegriffe ohne Erklärung
Gender-exkludierende Sprache
Verschachtelte Sätze mit mehreren Nebensätzen
Es gibt keine "eine barrierefreie Schrift", sondern es kommt auf verschiedene Kriterien an: x-Höhe, Unterscheidbarkeit der Zeichen, ausreichende Schriftgröße und angemessene Abstände. Bewährte Schriftarten sind Inter, Roboto, Open Sans, Verdana oder Arial. Die DIN 1450 empfiehlt für besondere Anforderungen Schriften wie die "Neue Frutiger 1450".
Vergleich barrierefreier und schwer lesbarer Typografie
Do:
Schriftgröße mindestens 14-16px für Fließtext
Zeilenabstand mindestens 1,5-fach der Schriftgröße
Linksbündigen Flattersatz verwenden
Don't:
Durchgängige Versalien (Großbuchstaben)
Zentrierte längere Texte
Zu geringe Schriftgrößen
Serifenschriften für Bildschirme (außer bei speziellen Anforderungen)

Farbkontraste sind entscheidend für die Lesbarkeit. Die WCAG 2.2 definiert klare Mindestanforderungen, die mit Tools wie dem WebAIM Contrast Checker oder Colour Contrast Analyser überprüft werden können.
Farbkontrast-Beispiele für barrierefreies Design
Do:
Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für normalen Text
Starke Kontraste zwischen Text und Hintergrund
Zusätzliche visuelle Hinweise neben Farben verwenden

Don't:
Ausschließlich Rot-Grün-Kombinationen für wichtige Informationen
Nur Farbe zur Informationsvermittlung nutzen
Schwache Kontraste wie hellgrau auf weiß
Do:
Klare Rasterstrukturen verwenden
Ausreichend Weißraum schaffen
Kognitiven Load durch klare Hierarchien reduzieren
Konsistente Navigation und Bedienelemente
Don't:
Überladene Layouts mit zu vielen Elementen
Fehlende visuelle Hierarchie
Inkonsistente Platzierung von Navigationselementen
Alternative Texte sind essentiell für Menschen mit Sehbehinderungen und müssen den Inhalt und die Funktion des Bildes präzise beschreiben. Die Regel lautet: "So kurz wie möglich, so lang wie nötig".
Do:
Aussagekräftige Alt-Texte für alle Bilder
Inklusive Bildsprache verwenden
Untertitel und Transkripte für Videos
Beschreibungen für komplexe Grafiken bereitstellen
Don't:
Alt-Texte wie "Bild1.jpg" oder leer lassen
Text auf unruhigen Hintergründen platzieren
Videos ohne Untertitel oder Audiodeskription
Do:
Klare Tabellenstruktur mit Kopfzeilen verwenden
Labels für Screenreader definieren
Logische Lesereihenfolge beibehalten
Komplexe Daten zusätzlich als Text beschreiben
Don't:
Verschachtelte Tabellen ohne klare Struktur
Fehlende Spalten- und Zeilenbeschriftungen
Layout-Tabellen für Gestaltungszwecke verwenden
Barrierefreies Design muss medienübergreifend gedacht werden. Digitale Inhalte sollten responsive und für verschiedene Ausgabegeräte optimiert sein.
Bei PDF-Dokumenten sind strukturelle Tags und eine logische Lesereihenfolge unerlässlich.
Die praktische Umsetzung barrierefreien Designs erfordert sowohl technisches Know-how als auch ein Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzenden. Interaktive Elemente wie Navigation, Formulare und Buttons müssen per Tastatur bedienbar sein. Die Tab-Taste sollte eine logische Reihenfolge durch die Seite ermöglichen.
Bei Formularen sind aussagekräftige Labels, klare Fehlermeldungen und die Möglichkeit zur Korrektur essentiell. Buttons benötigen verständliche Beschriftungen und ausreichende Berührungsziele (mindestens 44x44 Pixel).
Testing-Ansätze:
Automatisierte Tests mit Tools wie axe DevTools oder WAVE
Manuelle Tests mit Screenreadern und Tastaturnavigation
Tests mit echten Nutzenden, die auf assistive Technologien angewiesen sind
Regelmäßige Audits mit Plattformen wie Eye-Able
Ein weit verbreiteter Fehler ist der ausschließliche Fokus auf die optische Gestaltung ohne Berücksichtigung der Nutzbarkeit für alle. Viele Designer denken erst nachträglich an Barrierefreiheit, anstatt sie von Anfang an mitzudenken.
Typische Probleme:
Einmalige Anpassungen ohne kontinuierliches Monitoring
Fehlende Einbindung von Menschen mit Behinderungen in den Designprozess
Unzureichende Schulung der Design- und Entwicklungsteams
Vernachlässigung der Barrierefreiheit in agilen Entwicklungsprozessen
Barrierefreies Design ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der in allen Phasen der Gestaltung und Entwicklung berücksichtigt werden muss. Die Investition in Barrierefreiheit zahlt sich nicht nur durch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben aus, sondern schafft bessere Nutzererfahrungen für alle und erschließt neue Zielgruppen.
Mit dem BFSG ist barrierefreies Design zur Pflicht geworden – aber es sollte als Chance begriffen werden, digitale Produkte für alle Menschen zugänglich und nutzbar zu gestalten. Eye-Able bietet als Plattform umfassende Lösungen für die Analyse, Umsetzung und kontinuierliche Überwachung der digitalen Barrierefreiheit.
Was ist der Unterschied zwischen barrierefreiem Design und barrierefreiem Webdesign?
Barrierefreies Design ist der übergeordnete Begriff für alle Gestaltungsaspekte (digital und analog), während barrierefreies Webdesign sich speziell auf die Gestaltung von Websites und Web-Anwendungen bezieht.
Was ist ein barrierefreies Format?
Ein barrierefreies Format ermöglicht es Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Inhalte ohne Hindernisse zu verstehen. Dazu gehören strukturierte PDFs mit Tags, HTML mit semantischem Markup, ARIA-Attribute und Videos mit Untertiteln.
Was versteht man unter universellem Design?
Universelles Design (Universal Design) ist ein Konzept, bei dem Produkte und Umgebungen so gestaltet werden, dass sie von möglichst vielen Menschen ohne weitere Anpassungen genutzt werden können. Es geht über reine Barrierefreiheit hinaus und berücksichtigt die Vielfalt menschlicher Fähigkeiten von vornherein.
Finden Sie heraus, wie barrierefrei das Design Ihrer Website ist – mit dem kostenlosen Eye-Able Accessibility Check.
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