Geschrieben von Sebastian Fjeld am 25. Oktober 2024

Hindernisse erkennen: Die häufigsten Barrieren im Alltag

Accessibility

Es ist eine Straßensperrung zu sehen, welche eine Straße Richtung Strand blockiert. Auf der Sperrung hängt ein Schild, auf dem "Straße gesperrt" auf englisch steht. Im Hintergrund sind Sanddünen und blauer Himmel zu sehen.Stellt euch einmal vor, ihr müsst euren Zug erwischen. Ihr habt es eilig, doch der Weg zur Station ist mit unüberwindbaren Hürden gespickt: Viele Menschen blockieren euch den Weg, die ohnehin schon schlechten Durchsagen sind durch das Stimmengewirr nicht zu verstehen. Und der Zugang zum Bahngleis, auf das ihr müsst? Es gibt keinen!

Für Menschen mit Behinderungen kann das eine reale Situation sein. Doch das sind nicht die einzigen Barrieren, die im Alltag auftreten. Diese Hindernisse sind nicht immer offensichtlich, aber sie können das Leben von Millionen von Menschen erheblich beeinträchtigen. Heute werfen wir deshalb einen Blick auf die häufigsten Barrieren, die im Alltag auftreten können.

Physische Barrieren im Alltag

Physische Barrieren sind oft die sichtbarsten Hindernisse, mit denen Menschen im Alltag konfrontiert werden. Sie können den Zugang zu wichtigen Orten und Dienstleistungen erheblich einschränken. Hier sind einige häufige Beispiele:

  • Treppen ohne Rampen: Treppen sind für viele eine alltägliche Herausforderung. Für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderungen können Treppen zu unüberwindbaren Hürden werden. Rampen sollten standardmäßig vorhanden sein, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten.

  • Enge Türen und Durchgänge: Viele öffentliche Gebäude haben Türen, die nicht breit genug sind, um Rollstühle oder Gehhilfen durchzulassen. Eine breitere Gestaltung könnte vielen Menschen helfen, selbstständig und ohne Unterstützung zu navigieren.

  • Fehlende Aufzüge: In mehrstöckigen Gebäuden kann das Fehlen eines Aufzugs zu einer erheblichen Barriere werden. Dies betrifft nicht nur Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, sondern auch ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen.

  • Unzureichend ausgebaute Leitstreifen: Leitstreifen auf Gehwegen oder in Bahnhöfen sind entscheidend für die Orientierung von Menschen mit Sehbehinderungen. Wenn diese Streifen blockiert oder unzureichend ausgeführt sind, wird die Mobilität stark eingeschränkt. Jeder kann helfen, indem er dafür sorgt, dass diese Wege frei von Hindernissen bleiben.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Normung (DIN) haben über 10 Millionen Menschen in Deutschland Einschränkungen in der Mobilität. Es ist also entscheidend, dass Gebäude und öffentliche Räume barrierefrei gestaltet werden, um uneingeschränkte Teilhabe zu ermöglichen.

Digitale Barrieren im Alltag

In unserer zunehmend digitalisierten Gesellschaft sind digitale Barrieren ein häufiges Problem. Diese Hindernisse betreffen die Zugänglichkeit von Websites, Apps und Online-Diensten:

  • Fehlende Screenreader-Unterstützung: Viele Websites sind nicht mit Screenreadern kompatibel, was bedeutet, dass Menschen mit Sehbehinderungen Schwierigkeiten haben, die Inhalte zu lesen oder zu navigieren. Eine zugängliche Website sollte dafür sorgen, dass alle Inhalte für Screenreader optimiert sind.

  • Unzureichende Farbkontraste: Oft sind Texte auf Websites nicht ausreichend von ihrem Hintergrund abgegrenzt, was das Lesen für Menschen mit Sehschwächen erschwert. Klare Kontraste sind entscheidend, um Inhalte für alle Nutzer*innen zugänglich zu machen.

  • Komplexe Navigation: Eine verwirrende oder unlogische Menüstruktur kann dazu führen, dass Nutzer*innen Schwierigkeiten haben, die gewünschten Informationen zu finden. Eine klare und einfache Navigation verbessert die Nutzererfahrung für alle.

Laut der Weltgesundheitsorganisation, WHO, haben 16%  der Weltbevölkerung eine Form von Behinderung. Viele dieser Menschen können digitale Inhalte nicht nutzen, wenn die Barrierefreiheit nicht gegeben ist. Der European Accessibility Act (EAA) und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) sind wichtige Schritte, um diese digitalen Barrieren abzubauen und allen den Zugang zu Informationen zu ermöglichen.

3. Kommunikationsbarrieren

Kommunikationsbarrieren treten auf, wenn Informationen nicht in einer für alle Menschen verständlichen Form bereitgestellt werden. Das betrifft insbesondere Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderungen. Der Zugang zu Gebärdensprache-Dolmetschern oder leicht verständlichen Informationen ist oft eingeschränkt. Laut der WHO ist eine klare und verständliche Kommunikation ein Grundpfeiler für die Teilhabe an der Gesellschaft.

4. Soziale Barrieren

Soziale Barrieren entstehen oft durch Vorurteile und mangelndes Bewusstsein. Viele Menschen sehen sich häufig Diskriminierung und Stigmatisierung ausgesetzt – was natürlich auch ihre Integration in die Gesellschaft erschwert. Eine inklusive Gesellschaft erfordert Empathie und Verständnis. Auch Bildung spielt hierbei eine entscheidende Rolle, denn je mehr wir übereinander wissen und verstehen lernen, desto besser kommen wir innerhalb der Gesellschaft miteinander zurecht.  

Sensibilisieren wir uns für die Herausforderungen, mit denen Menschen mit Behinderungen konfrontiert sind, können wir Barrieren abbauen und eine Kultur der Inklusion fördern.

Gemeinsam Barrieren abbauen

Es ist an der Zeit, aktiv gegen Barrieren vorzugehen und eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch die gleichen Chancen hat. Immerhin profitieren wir alle davon, wenn wir unser volles Potenzial mit einbringen können!

Bei Eye-Able® setzen wir uns leidenschaftlich dafür ein, digitale Barrieren abzubauen und Unternehmen zu unterstützen, ihre Angebote barrierefrei zu gestalten. Lasst auch weiter gemeinsam an einer Zukunft arbeiten, in der Hindernisse der Vergangenheit angehören!

Sebastian Fjeld

Sebastian Fjeld gehört als professioneller Sprecher und Texter von Anfang an zum Eye-Able®-Team. Er hat "voice acting" an einer Universität studiert und wurde von Schauspielern ausgebildet. Derzeit absolviert er eine Ausbildung zum Dolmetscher für verschiedene Sprachen.
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